Unglaublich
11. Januar 2010
warmes Wetter!
Heute Morgen, als ich mit Akira und Nanuk unterwegs war und mich bereits relativ kühl angezogen hatte, habe ich trotzdem und tatsächlich geschwitzt! Einfach unfassbar! Und das im Januar!
Nichtsdestoweniger ist das Wetter kurz gesagt: toll!
Die beleuchtete Skispur in Storbrännan bietet mit ihren vielen Hügeln, Kurven und steilen Abfahrten eine fantastische Trainingstrecke! Sehr schön!
Meine bisher ausnahmslos gute Erfahrung mit den Menschen hier, hebt sich deutlich von den Erfahrungen, die ich in Storsund gesammelt habe ab.
Auch die Skidoofahrer sind hier ganz anders, als ich sie bisher kennen gelernt habe. Sie fahren tatsächlich langsam oder halten gar an, wenn man ihnen mit einem Hundspann begegnet!
Zwei Orte, zwei Welten.
Heute habe ich die Kilometer der Hunde zusammengerechnet und trotz der riesigen Trainingsausfälle über Wochen, sowie der Tatsache, dass wir in letzter Zeit über einige gefahrene Kilometer kein Buch geführt haben, sind es alles zusammen schon 3202 km! Sicher nicht optimal, aber wenn man die Situation der letzten Wochen und Monate bedenkt, doch sagenhaft!
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Eine ganze Woche
18. Oktober 2009
lang ist hier nichts Erwähnenswertes passiert und von mir aus hätte das auch gerne so bleiben können.
Gestern fahren wir gerade mit vier Hunden vom Training zurück ins Dorf, als der nächste „Autounfall“ passierte. Von vorne kam ein Auto auf uns zu und da ich mit meinen zwei Hunden vor Hary fuhr, sah ich es entsprechend zu erst und gab das Zeichen zum Anhalten. Was wir beide nicht sahen oder sehen konnten, war, dass direkt hinter uns ein zweites Auto um die Kurve kam. Hary springt zwischen Auto und Hunde, da das Auto nicht für eine Sekunde bremst und geradewegs auf Merlin und Thunder zufährt, so dass nur noch die Wahl zwischen Hunde überfahrenlassen oder selbst vors Auto springen bleibt; aber wer glaubt, dass das Auto dann stoppt, damit Hary genug Zeit hat um die Hunde zur Seite zu nehmen, der hat sich gewaltig getäuscht! Stattdessen fährt die Autofahrerin munter weiter, Hary auf der Motorhaupe, die Leine vom Bauchgurt unter dem Auto lang, so dass sie zwischen den Vorderrädern, Hary nicht die Möglichkeit zum Abspringen gibt, da auf der anderen Seite das Gewicht von Thunder und Merlin, die auf dem Rücken mitgeschleift werden Hary immer weiter Richtung Boden – genau unter das Auto – zieht.
Während die Hunde verzweifelt versuchten wieder auf die Beine zu kommen, gab die Autofahrerin noch Gas, so dass Hary mit einem Klatsch auf dem Boden lag und die Frau über sein rechtes Bein fuhr. Hary schrie vor Schmerz, die Hunde waren wie betröppelt ––––– und die Autofahrerin beging kurz gesagt Fahrerflucht!, denn nicht mal als sie über Harys Bein drüber war hielt sie an…
Schön nicht?
Die Fahrer aus dem ersten Auto kamen sofort um zu helfen. Sie waren es auch, die die Polizei anriefen während ich nacheinander die zwei Hundepaare in die Freiläufe brachte. Als die vier wieder sicher in den Freiläufen waren und ich zurück zur Unfallstelle wollte, um nun zu sehen, was mit Hary war, hatte sich zu der “munteren Gesellschaft” der Lebensgefährte der Autofahrerin gesellt und redete auf die Augenzeugen ein – ich brachte Hary nach Hause.
Später bei der Polizeiaussage durfte man dann erfahren, dass die drei Augenzeugen am Unfallort, der Polizei gegenüber ausgesagt hatten, dass sie erst nach dem Geschehen, als alles schon vorbei war dazu gekommen wären…
Wie das jetzt mit dem Lebensgefährten der Frau zusammenhängt kann sich wohl jeder selbst zusammenreimen…
Ich frage mich langsam, ob ich nach Schweden gekommen bin, um etwas über Hunde zu lernen oder um in einem Gruselkabinett mitzuspielen.
Ein Gruselkabinett in dem Autofahrer nicht davor zögern über Hunde zu fahren und auch nicht vor den Besitzern halt machen, wenn diese versuchen ihre Vierbeiner zu schützen.
Heute Nacht
25. September 2009
schlich sich der erste richtige Frost in den Boden. Es ist Herbst.
Die ersten beiden Bilder zeigen vereistes Gras und Heidekraut – leider auf den Bildern nicht so gut zu erkennen. Die restlichen zeigen den Himmel über und rings um Storsund. Alle Fotos sind heute morgen zwischen etwa 6:00 und 6:30 entstanden… Unglaublich wie unterschiedlich der Himmel in verschiedene Richtungen fotografiert und mit wenigen Minuten Abstand aussehen kann!
Nach tagelangem,
11. September 2009
fast ständigem Dauerregen, hatten wir gestern endlich wieder einen wunderschönen, sonnigen Tag (was mir sehr recht kam, da ich wieder in Älvsbyn einkaufen war).
Die folgende Nacht, war eine der schönsten bislang. Ein endlos klarer Himmel, übersät mit Sternen und einem stralhenden riesigen Halbmond in der Mitte des dunklen Nirgendwos. In so einer Nacht unterwegs zu sein ist unglaublich. Wenn man stehen blaibt und die eigenen Schritte, das Tapsen der vielen Pfoten und das Hecheln der Hunde langsam verklingt, dann ist Stille, ein absolutes, alles umschließendes Schweigen. Die dunklen Silhouetten der Bäume und Felsen erheben sich wie gewaltige Scherenschnitte links und rechts, zu beiden Seiten des Weges – und über einem dieser endlose Himmel.
Wie soll man so eine Nacht beschreiben? Es gibt Momente, die man erleben muss und wo Worte im Nachhinein nur wie ein kläglicher Abklatsch erscheinen.
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Jaja,
8. September 2009
die Jagdsaison hat begonnen. Also sobald es dämmrig wird nur noch mit Warnweste aus dem Haus und hoffen, dass man möglichst keinem Jäger oder gar Jämthund begegnet…
Natürlich gibt es auch hier wie wohl überall ein paar Übereifrige, die noch vor Start der neuen Saison, letzte Woche, losziehen um Schießübungen zu machen. Sehr witzig wenn man mit Hunden unterwegs ist – so ein Geschoss schafft ja auch nur locker 2-3 km und der Jäger sieht selbstverständlich auch ob sich gerade jemand in dieser Entfernung zu ihm befindet… haha.
Besonders „lustig“ war der Anblick eines mindestens 75-jährigen, aber eher 82 Jahre alten, Mannes, der kaum noch laufen konnte und trotzdem Schießen übt. Da fragt man sich doch dann wirklich, ob man einen optischen Knick in der Linse hat und sich so etwas nur einbildet… Ich meine, ab einem bestimmten Alter muss man doch verantwortlich sein und für sich selber entscheiden, dass einfach mal genug ist.
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Die Hunde
7. September 2009
sind ganz aus dem Häuschen endlich wieder im Training zu sein und können ihren nächsten Lauf immer kaum abwarten…
Meine dritte Fahrt mit dem Rad vor einigen Tagen gestaltete sich dann auch gleich sehr abwechslungsreich. Am Wendepunkt, also dem Punkt der am weitesten von zu Hause entfernt ist, fuhr ich mir doch tatsächlich gleich einen Nagel in den Reifen und natürlich hatte ich auch kein Flickzeug dabei. Also absteigen und mit Cheyenne und Silver nach Hause laufen. Waren ja nur ein paar Kilometer, also nicht so tragisch.
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Einkaufen
6. September 2009
in Älvsbyn ist immer so eine Sache. Als Weltattraktion kann man die Stadt nicht gerade bezeichnen und wenn man alleine Lebensmittel etc. einkaufen fährt, dann können einem die drei Stunden bis man mit einem öffentlichen Verkehrsmittel wieder zurück kommt schon lang werden.
Besser aber lang und man relaxed ein bisschen – und freut sich über den süßen Kassierer im ICA – , als das:
Trotz ausgiebiger Mehrerei war ich letzten Donnerstag mit dem Einkaufen schon etwa eine Stunde eher fertig als nötig. Also mit allen Einkäufen vors ICA gestellt (wo das Anruftaxi, was wie ich schon geschrieben habe einmal in der Woche für 4 Euro von Storsund nach Älvsbyn fährt, einen wieder abholt) und gewartet.
Angequatscht werde ich ohnehin andauernd – ich muss irgendeine Ausstrahlung a là “frag doch mich” haben – das ist in Deutschland auch nicht anders und war auch als ich England und Russland war so. Da stehe ich also mit allen Einkäufen (kann mich auf Grund dieser auch nicht einfach wegbewegen) und werde mal wieder angesprochen. Diesmal wegen der vielen Einkäufe und weil es wohl ziemlich lustig ausgesehen hat wie ich sie alle nacheinander aus dem ICA raus geschleppt habe. Zuerst natürlich auf Schwedisch, ja toll. Ich gebe also zu verstehen, dass ich nichts verstehe und der Mann kann doch tatsächlich auch ein bisschen Englisch – aber wirklich nur ein bisschen. Nichtsdestotrotz hat er aber offensichtlich Lust sich zu unterhalten und ich habe ja ohnehin nichts besseres zu tun und will auch nicht unhöflich sein. Die üblichen Fragen also, woher ich komme, was ich hier mache etc. Zwischendurch ob ich 21 bin, ich “No, I’m 19.” Dann nach einer Weile ob ich Kinder habe… Ich “No, I haven’t. I think I’m a little to young for children…”. Dann ob ich einen Ehemann habe – ich ??? Wieder verneint. Einiges anderes dazwischen, dann er “I like german women” – ich “Ähmm, do you?”. Ok. Ich fang an zu versuchen ihn zu ignorieren. Dann in Richtung meines Nackens “German women are hot!” Ich denke ich spinne, der Typ ist mindestens 60 und gräbt mich so unverschämt an??? Kein Kommentar meinerseits – Ich gebe vor die Inhaltsstoffe auf der Zahpastatube zu lesen – Scheiße, dass ich nicht einfach weg kann. Wieder sagt er irgendwas, ich habe es nicht verstanden und drehe mich um – da streckt er doch, eklig wie er ist, die Zunge raus a là “Komm her und mach’s mir!” Das kann ich jetzt nun wirklich nicht glauben, also “Pardon?”. Er nickt mit seinem Kopf in meine Richtung, diesmal noch unmissverständlicher mit der Geste “Komm her und mach’s mir!”. Ich krieg die Krise. Was bildet sich dieser widerliche Typ eigentlich ein??? Also umdrehen und alles weitere einfach ignorieren – auch das penetrante Angestarre. Was soll ich auch sonst tun? Rüber gehen und ihm eine pfeffern? Ja toll und dann? Ich muss schließlich auf das Taxi warten.
Ich war heiden froh als unser Nachbar kam – den verstehe ich zwar auch nicht (er spricht nur Schwedisch), aber er redet sehr gerne und hat angefangen den alten Knacker hinter mir voll zu reden.
Nach dem schwedischen Gesetz
31. August 2009
ist es verboten, seine Hunde frei und ohne Leine herumlaufen zu lassen. Dass sich manch einer darüber aufregt, wenn einer der Huskies abhaut, ist von dieser Seite aus gesehen verständlich (auch wenn diese im Zweifelsfall die Leute höchstens ablecken). Dass es dann trotzdem Hundehalter gibt, die ihre Hunde nicht an die Leine nehmen und diese dann auch noch total austicken, wenn sie einen anderen Hund sehen, verstehe wiederum ich nicht.
Wie auch immer. Das schwedische Gesetz verbietet also, seine Hunde frei herumlaufen zu lassen – mit einer Ausnahme: Den Jämthunden – den Elchhunden. In der Jagdsaison laufen diese durch die schwedischen Wälder, Sümpfe – und Dörfer - und sollen die Elche hetzen. Per Funk folgen die Besitzer ihren Hunden, um dann den, oder mit der Zeit die, Elche abzuschießen. Dumm nur, dass diese Hunde in der Regel die meiste Zeit des Jahres (außer eben in der Jagdsaison) im Zwinger gehalten werden, oft keine gute oder gar keine Sozialisierung erfahren haben und in Folge dessen häufig – ich kann es nicht anders sagen – leicht bis schwer durchgeknallt sind… Mit anderen Worten: Hat der Besitzer nicht für eine gute Ausbildung des Hundes in jederlei Hinsicht Sorge getragen, sind es leider eben DIESE Hunde welche gefährlich werden können. Besonders wenn man selbst mit Hunden unterwegs ist. – Vollkommen egal ob mit Chihuahua, Pudel oder Husky…
Schon seltsam, dass also gerade diese Hunde frei herumlaufen dürfen…
Tja, gestern hatten wir jedenfalls die ersten beiden Jämthunde auf dem Grundstück: Relativ kurz nachdem die Morgenroutine geschafft war, kam plötzlich Unruhe in den Freiläufen auf und ein Blick aus dem Fenster zeigte, dass alle Huskies am Zaun standen und gebannt zur Einfahrt starrten. Hary und ich raus, gucken was los ist – und da standen sie: zwei Jämthunde. Kaum hatten sie uns gesehen, hatten sie auch schon abgedreht und waren davon gelaufen. – Hunde die beim Anblick von Menschen die Flucht ergreifen… ich sage nur, wirklich gut sozialisiert… ähm ja, Räusper…
Naja, mir ist lieber sie hauen ab, als dass sie ausrasten und ich hoffe inständig, dass ich das nicht erleben muss!
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Mal wieder
28. August 2009
Wie blöd kann
27. August 2009
man eigentlich sein? In dem Fall: Wie blöd kann ICH eigentlich sein?
Unterwegs mit Akira und Merlin begegne ich einem anderen Hund, der aggressiv auf Merlin losgeht ( – dieser wiederum ist ganz verdattert und versteht die Welt nicht mehr). Kaum ist diese Situation überstanden und ich bin wieder zu Hause angekommen, habe ich den Kopf noch so voll mit dem anderen Hund, dass ich die Haustür nicht richtig schließe und es so kommt wie es kommen muss: Merlin, der sonst immer schnurstracks ins Haus rennt, ist schwupps-di-wupps aus dem Haus verschwunden.
Ich und Hary also los Hund suchen. Nach einer Weile höre ich ganz in der Nähe aufgeregtes Gebelle – ich schlage mich also durchs Unterholz – und da ist Merlin, der total aufgedreht auf der Stelle rumhüpft und sich nicht entscheiden kann, ob er lieber weiter starren soll oder zu mir kommen. Aber wer glaubt, dass er sich für eins von beiden im Endeffekt doch entscheiden kann, der hat weit gefehlt – denn es gibt ja auch noch Variante drei und die wählt Merlin – und rennt weiter.
Was finde ich an der Stelle, wo er die ganze Zeit hin und her gehüpft ist?
Einen Habicht mit gebrochenem Flügel. Glück für diesen, dass Merlin nicht einmal probehalber in ihn reingebissen hat, sondern ihn nur angebellt hat…
Was jetzt? Der verletzte Vogel hat Draussen keine Chance – aber mit einem Habicht im Arm, kann man auch nicht gut einen Hund einfangen… Also, die Stelle im Unterholz gemerkt und weiter. Inzwischen schaut das halbe Dorf aus dem Fenster und beobachtet uns bei unserer wohl etwas seltsam anmutenden Jagd. Von Ferne höre ich ab und an Hary Merlins Namen rufen, ansonsten werde ich von Dorfbewohnern gefragt, ob mir der Hund abgehauen ist – und ja, ich habe gewaltige Scheiße gebaut.
Nungut, kurze Zeit später kommt wieder Merlin in Sichtweite, der diesmal auf mein Rufen auch ganz lieb zu mir kommt! Merlin also angeleint, Hary ist zufälligerweise auch nicht weit und so machen wir uns gleich auf den Weg ins Unterholz – aber der Habicht ist verschwunden…
Ich kann nur sagen, Danke an Hary, dass er mir nicht den Kopf abgerissen hat – was durchaus gerechtfertigt gewesen wäre – sondern mich, die ich total fertig war, ob meiner eigenen Blödheit und allem was hätte passieren können, dann auch noch getröstet hat – à la “So was passiert einfach!”.
Und was für ein Glück, dass Merlin in der Nähe und im Dorf geblieben ist, von der Laufleistung her hätte er schon zig Kilometer entfernt sein können…
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